Wichtiger Hinweis: Keine medizinische Beratung. Bei konkreten Fragen Frauenärztin/Frauenarzt oder Hebamme konsultieren. Notfälle: 112.
Von Mateusz Viola · Betreiber & redaktionelle Verantwortung
Aktualisiert: Mai 2026
Illustration: AKARA Solutions / Gemini-generiert
Kalender
Schwangerschaftskalender: Woche für Woche von SSW 4 bis 42
12 Min. Lesezeit · Mai 2026
40 Wochen, drei Trimester, ein Leben
Eine Schwangerschaft dauert durchschnittlich 280 Tage, gerechnet vom ersten Tag der letzten Menstruation. Das entspricht 40 Schwangerschaftswochen (SSW) oder knapp 9 Monaten. In dieser Zeit entwickelt sich ein Embryo von einer einzelnen befruchteten Zelle zu einem vollständigen Menschen. Dieser Kalender zeigt, was in jeder Phase passiert: beim Baby, bei dir, und welche Vorsorgeuntersuchungen wann fällig sind.
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Das erste Trimester beginnt offiziell mit dem letzten Periodenbeginn, auch wenn die Befruchtung erst in SSW 2–3 stattfindet. Die meisten Frauen merken erst um SSW 5–6, dass sie schwanger sind. In dieser Phase bilden sich alle wichtigen Organe des Babys, weshalb der erste Abschnitt medizinisch der kritischste ist.
Übelkeit (betrifft ca. 70–80 % aller Schwangeren), meist morgens, verschwindet oft ab SSW 12–14
Starke Müdigkeit durch Hormonspiegel (hCG, Progesteron)
Brustspannen und -vergrößerung
Häufiger Harndrang durch wachsende Gebärmutter
Kein sichtbarer Bauch, die Gebärmutter ist noch im Becken
2. Trimester: SSW 14–27
Das zweite Trimester gilt als das angenehmste der Schwangerschaft: Die Übelkeit lässt nach, das Fehlgeburtsrisiko sinkt deutlich, und die Energie kehrt zurück. Der Bauch wird sichtbar und die ersten Kindsbewegungen werden spürbar, meist zwischen SSW 18 und 22.
SSW
Baby
Mutter / Wichtiges
SSW 14–16
Fötus ca. 10–12 cm, erste Gesichtszüge erkennbar
Übelkeit lässt nach, Energie kehrt zurück
SSW 18–20
Erste Bewegungen spürbar (Strampeln), Geschlecht erkennbar
Im dritten Trimester legt das Baby pro Woche etwa 200–250 Gramm zu. Die Gebärmutter drückt auf Magen, Blase und Zwerchfell. Schlaf wird schwieriger, Sodbrennen häufiger. Das Baby dreht sich meist bis SSW 36 in Schädellage.
SSW
Baby
Mutter / Wichtiges
SSW 28–30
Ca. 1.200–1.500g, Lunge reift, Gehirn wächst stark
Trainiert Schluck- und Saugreflex, Fettdepots aufbauen
GBS-Test (Streptokokken B) SSW 35-37: Kassenleistung gemäß Mu-RL seit 01.01.2021, Geburtsvorbereitungskurs
SSW 36
Meistens in Schädellage gedreht, ca. 2.500g
Beckenboden-Übungen, Schwangerschaftsmassage
SSW 38–40
Reif ca. 3.200–3.500g, Lunge vollständig ausgereift
Erwarteter Geburtstermin (ET), Vorkontraktionen (Braxton-Hicks) nehmen zu
SSW 41–42
Übertragung: Nabelschnur kann kürzer werden
Ab SSW 41 engmaschige Kontrollen, AWMF 015-088 gestaffelt: ab 41+0 kann, ab 41+3 soll, ab 42+0 soll dringend Geburtseinleitung empfohlen werden
Pflicht-Vorsorgeuntersuchungen im Überblick
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt in Deutschland 10 Standard-Vorsorgeuntersuchungen sowie 3 Ultraschallscreenings. Weitere Untersuchungen (z.B. Ersttrimesterscreening, NIPT, 3D-Ultraschall) sind IGeL-Leistungen und müssen selbst bezahlt werden.
Untersuchung
Zeitpunkt
Inhalt
Erstkontakt
SSW 5–8
Blutgruppe, Röteln, Toxoplasmose, HIV, Syphilis, Hepatitis B
Ultraschall 1 (U1)
SSW 9–12
Lage, Herzschlag, Nackentransparenz, Größe
Ultraschall 2 (U2)
SSW 19–22
Fehlbildungsdiagnostik, Gewicht, Fruchtwasser, Lage
Glukose-Test
SSW 24–28
50g Glukose-Test, Screening auf Gestationsdiabetes
Ultraschall 3 (U3)
SSW 29–32
Wachstum, Lage, Fruchtwassermenge, Durchblutung
Abschluss-Kontrollen
SSW 36–41
Alle 1–2 Wochen: Blutdruck, Gewicht, Herzton, Kindslage
Frühgeburt, Termin, Übertragung: Was bedeuten die Begriffe?
Frühgeburt: Geburt vor SSW 37+0. Unter SSW 32 gilt als sehr frühe Frühgeburt. Ab SSW 28 überleben die meisten Frühchen mit intensivmedizinischer Betreuung.
Termingeburt: SSW 37+0 bis SSW 41+6. Ca. 4-5 % aller Babys kommen genau am errechneten Termin. Die meisten werden in einem Fenster von 2 Wochen davor oder danach geboren.
Übertragung: Ab SSW 42+0. Erhöhtes Risiko durch nachlassende Plazentafunktion. Deshalb engmaschige CTG-Kontrollen ab SSW 41. Die AWMF-Leitlinie 015-088 staffelt die Empfehlung: ab 41+0 kann Einleitung angeboten werden, ab 41+3 soll sie empfohlen werden, ab 42+0 soll sie dringend empfohlen werden.
Mutterschutz: Wann beginnt er?
Der gesetzliche Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet 8 Wochen nach der Geburt (bei Frühgeburt oder Mehrlingsgeburt: 12 Wochen). In dieser Zeit dürfen Arbeitgeberinnen nicht gegen den Willen der Schwangeren beschäftigen.
→ Mutterschutz berechnen
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