Wichtiger Hinweis: Keine medizinische Beratung. Bei konkreten Fragen Frauenärztin/Frauenarzt oder Hebamme konsultieren. Notfälle: 112.
Mateusz Viola

Von Mateusz Viola  ·  Betreiber & redaktionelle Verantwortung

Aktualisiert: Mai 2026

9-Monats-Kalender-Spreads mit pinken Markern, dried botanicals
Illustration: AKARA Solutions / Gemini-generiert
Kalender

Schwangerschaftskalender: Woche für Woche von SSW 4 bis 42

12 Min. Lesezeit · Mai 2026

40 Wochen, drei Trimester, ein Leben

Eine Schwangerschaft dauert durchschnittlich 280 Tage, gerechnet vom ersten Tag der letzten Menstruation. Das entspricht 40 Schwangerschaftswochen (SSW) oder knapp 9 Monaten. In dieser Zeit entwickelt sich ein Embryo von einer einzelnen befruchteten Zelle zu einem vollständigen Menschen. Dieser Kalender zeigt, was in jeder Phase passiert: beim Baby, bei dir, und welche Vorsorgeuntersuchungen wann fällig sind.

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1. Trimester: SSW 1–13

Das erste Trimester beginnt offiziell mit dem letzten Periodenbeginn, auch wenn die Befruchtung erst in SSW 2–3 stattfindet. Die meisten Frauen merken erst um SSW 5–6, dass sie schwanger sind. In dieser Phase bilden sich alle wichtigen Organe des Babys, weshalb der erste Abschnitt medizinisch der kritischste ist.

SSW Baby Mutter / Wichtiges
SSW 4–5 Einnistung abgeschlossen, Herzschlag beginnt (SSW 5) Ausbleibende Periode, Übelkeit setzt ein, Schwangerschaftstest positiv
SSW 6 Arm- und Beinknospen sichtbar, Gehirn bildet sich Erste Übelkeit oft morgens, Müdigkeit, Brustspannen
SSW 8 Alle Organe angelegt, Embryo ca. 2 cm Erster Vorsorge-Termin (U1): Blutuntersuchung, Blutgruppe, Infektionskrankheiten
SSW 10 Fingernägel, Zähne in Anlage, Bewegungen beginnen Risiko einer Fehlgeburt sinkt deutlich ab SSW 10
SSW 11–13 Nackentransparenzmessung möglich (Chromosomscreening) Erstes großes Ultraschall-Screening SSW 11–14 (Biometrie, Herzfehler-Check)

Was im 1. Trimester typisch ist

2. Trimester: SSW 14–27

Das zweite Trimester gilt als das angenehmste der Schwangerschaft: Die Übelkeit lässt nach, das Fehlgeburtsrisiko sinkt deutlich, und die Energie kehrt zurück. Der Bauch wird sichtbar und die ersten Kindsbewegungen werden spürbar, meist zwischen SSW 18 und 22.

SSW Baby Mutter / Wichtiges
SSW 14–16 Fötus ca. 10–12 cm, erste Gesichtszüge erkennbar Übelkeit lässt nach, Energie kehrt zurück
SSW 18–20 Erste Bewegungen spürbar (Strampeln), Geschlecht erkennbar Großes Ultraschall-Screening (U2): Fehlbildungsdiagnostik, Gewicht, Fruchtwasser
SSW 22 Hörvermögen entwickelt, reagiert auf Stimmen Bauch deutlich sichtbar, Dehnungsstreifen können beginnen
SSW 24 Überlebenschance bei Frühgeburt ab ca. 22+0 SSW möglich Gestationsdiabetes-Test empfohlen (50g Glukose-Test)
SSW 26–27 Ca. 900g schwer, Augen öffnen sich Rückenbeschwerden beginnen häufig, Schlafposition anpassen (linke Seite)

3. Trimester: SSW 28–40+

Im dritten Trimester legt das Baby pro Woche etwa 200–250 Gramm zu. Die Gebärmutter drückt auf Magen, Blase und Zwerchfell. Schlaf wird schwieriger, Sodbrennen häufiger. Das Baby dreht sich meist bis SSW 36 in Schädellage.

SSW Baby Mutter / Wichtiges
SSW 28–30 Ca. 1.200–1.500g, Lunge reift, Gehirn wächst stark Letztes großes Ultraschall-Screening (U3) SSW 29–32
SSW 32–34 Trainiert Schluck- und Saugreflex, Fettdepots aufbauen GBS-Test (Streptokokken B) SSW 35-37: Kassenleistung gemäß Mu-RL seit 01.01.2021, Geburtsvorbereitungskurs
SSW 36 Meistens in Schädellage gedreht, ca. 2.500g Beckenboden-Übungen, Schwanger­schaftsmassage
SSW 38–40 Reif ca. 3.200–3.500g, Lunge vollständig ausgereift Erwarteter Geburtstermin (ET), Vorkontraktionen (Braxton-Hicks) nehmen zu
SSW 41–42 Übertragung: Nabelschnur kann kürzer werden Ab SSW 41 engmaschige Kontrollen, AWMF 015-088 gestaffelt: ab 41+0 kann, ab 41+3 soll, ab 42+0 soll dringend Geburtseinleitung empfohlen werden

Pflicht-Vorsorgeuntersuchungen im Überblick

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt in Deutschland 10 Standard-Vorsorgeuntersuchungen sowie 3 Ultraschallscreenings. Weitere Untersuchungen (z.B. Ersttrimesterscreening, NIPT, 3D-Ultraschall) sind IGeL-Leistungen und müssen selbst bezahlt werden.

Untersuchung Zeitpunkt Inhalt
Erstkontakt SSW 5–8 Blutgruppe, Röteln, Toxoplasmose, HIV, Syphilis, Hepatitis B
Ultraschall 1 (U1) SSW 9–12 Lage, Herzschlag, Nackentransparenz, Größe
Ultraschall 2 (U2) SSW 19–22 Fehlbildungsdiagnostik, Gewicht, Fruchtwasser, Lage
Glukose-Test SSW 24–28 50g Glukose-Test, Screening auf Gestationsdiabetes
Ultraschall 3 (U3) SSW 29–32 Wachstum, Lage, Fruchtwassermenge, Durchblutung
Abschluss-Kontrollen SSW 36–41 Alle 1–2 Wochen: Blutdruck, Gewicht, Herzton, Kindslage

Frühgeburt, Termin, Übertragung: Was bedeuten die Begriffe?

Frühgeburt: Geburt vor SSW 37+0. Unter SSW 32 gilt als sehr frühe Frühgeburt. Ab SSW 28 überleben die meisten Frühchen mit intensivmedizinischer Betreuung.

Termingeburt: SSW 37+0 bis SSW 41+6. Ca. 4-5 % aller Babys kommen genau am errechneten Termin. Die meisten werden in einem Fenster von 2 Wochen davor oder danach geboren.

Übertragung: Ab SSW 42+0. Erhöhtes Risiko durch nachlassende Plazentafunktion. Deshalb engmaschige CTG-Kontrollen ab SSW 41. Die AWMF-Leitlinie 015-088 staffelt die Empfehlung: ab 41+0 kann Einleitung angeboten werden, ab 41+3 soll sie empfohlen werden, ab 42+0 soll sie dringend empfohlen werden.

Mutterschutz: Wann beginnt er?

Der gesetzliche Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet 8 Wochen nach der Geburt (bei Frühgeburt oder Mehrlingsgeburt: 12 Wochen). In dieser Zeit dürfen Arbeitgeberinnen nicht gegen den Willen der Schwangeren beschäftigen. → Mutterschutz berechnen

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Quellen

  • Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Mutterschafts-Richtlinien, aktuelle Fassung
  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Leitlinie Schwangerschaft
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): familienplanung.de
  • WHO: Recommended Antenatal Care for a Positive Pregnancy Experience (2016)

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