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Eike-Christian Ramcke

Von Eike-Christian Ramcke  ·  Geschäftsführer & Inhaltlich Verantwortlicher

Aktualisiert: Mai 2026

Trimester

Trimester der Schwangerschaft: 1., 2. und 3. Trimester erklärt

8 Min. Lesezeit · Mai 2026

Die drei Trimester im Überblick

Eine Schwangerschaft dauert etwa 40 Wochen und wird in drei Abschnitte die sogenannten Trimester unterteilt. Jedes Trimester bringt eigene Entwicklungsschritte des Kindes, typische Beschwerden der Mutter und spezifische Vorsorgeuntersuchungen mit sich. Alle drei Phasen auf einen Blick:

Trimester Wochen Entwicklung Typische Beschwerden Wichtigste Untersuchung
1. Trimester SSW 1–12 Organbildung, Herzschlag ab SSW 6 Übelkeit, Müdigkeit, Brustspannen Ersttrimester-Screening SSW 11–14
2. Trimester SSW 13–26 Wachstumsphase, Bewegungen spürbar Rückenschmerzen, Sodbrennen Großer Ultraschall (Organscreening) SSW 20
3. Trimester SSW 27–40 Lungenreife, Positionierung Schlafprobleme, Beckendruck CTG ab SSW 32, B-Streptokokken SSW 35–37

1. Trimester (SSW 1–12): Die Organentwicklung beginnt

Das erste Trimester umfasst die Schwangerschaftswochen 1 bis 12 und ist die prägendste Phase der kindlichen Entwicklung. In diesen zwölf Wochen entsteht buchstäblich ein neues Leben: Aus einer einzigen befruchteten Eizelle entwickeln sich alle Organe, das Nervensystem, das Herz und die Gliedmaßen des Kindes. Bereits in SSW 6 beginnt das Herz des Embryos zu schlagen ein Meilenstein, der beim ersten Ultraschall oft als kleines Flackern sichtbar ist.

In SSW 8 sind alle wesentlichen Organanlagen vorhanden, und das Embryo wird offiziell als Fötus bezeichnet. Bis SSW 12 hat das Kind bereits erkennbare menschliche Züge: Finger, Zehen, Augen und Ohren sind ausgebildet. Für die werdende Mutter ist das erste Trimester oft die beschwerlichste Phase Übelkeit und Erbrechen betreffen bis zu 80 % aller Schwangeren, am stärksten zwischen SSW 6 und SSW 10.

Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen im ersten Trimester sind die erste Ultraschalluntersuchung (SSW 9–12) sowie das Ersttrimester-Screening (SSW 11–14). Beim Ersttrimester-Screening wird die Nackentransparenz des Kindes (NT-Messung) bestimmt, die Hinweise auf chromosomale Besonderheiten wie Trisomie 21 geben kann. Das Screening ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und kostet je nach Praxis rund 150–250 Euro.

2. Trimester (SSW 13–26): Die ruhigste Phase

Das zweite Trimester gilt für viele Frauen als die angenehmste Phase der Schwangerschaft. Die Übelkeit lässt nach, das Fehlgeburtsrisiko sinkt deutlich, und die Energie kehrt zurück. Einer der aufregendsten Momente ist das erste bewusste Spüren der Kindsbewegungen bei Erstgebärenden zwischen SSW 18 und 22, bei Mehrgebärenden bereits ab SSW 16.

Das Highlight des zweiten Trimesters ist der Feindiagnostik-Ultraschall (Organscreening) in SSW 19–22. Dabei wird die Anatomie des Kindes systematisch beurteilt: Herz, Gehirn, Nieren, Wirbelsäule und Gliedmaßen. Häufig kann zu diesem Zeitpunkt auch das Geschlecht bestimmt werden. Zwischen SSW 24 und 28 wird außerdem der Glukosetoleranztest (oGTT) zur Erkennung eines Schwangerschaftsdiabetes durchgeführt seit 2012 gesetzlicher Kassenstandard.

3. Trimester (SSW 27–40): Endspurt und Geburtsvorbereitung

Im dritten Trimester wächst das Kind rasant: Es nimmt an Gewicht zu, die Lunge reift, und es bezieht eine optimale Geburtsposition. Für die Mutter wird der Alltag körperlich anspruchsvoller Rückenschmerzen, Schlafprobleme und Beckendruck sind typische Begleiter. Ab SSW 36 sollte das Kind idealerweise in Schädellage liegen.

Wichtige Untersuchungen im dritten Trimester sind der GBS-Test (B-Streptokokken-Abstrich) in SSW 35–37 sowie regelmäßige CTG-Untersuchungen ab SSW 32, die die Herzfrequenz des Kindes und die Wehentätigkeit überwachen. Ab SSW 38 werden die Vorsorgeuntersuchungen auf wöchentliche Abstände verkürzt. Der gesetzliche Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin in der Regel also ab etwa SSW 34.

Pflichtuntersuchungen in der Schwangerschaft

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen alle Pflichtvorsorgeuntersuchungen laut Mutterschaftsrichtlinien. Darüber hinaus gibt es optionale IGeL-Leistungen wie das Ersttrimester-Screening, die auf eigene Kosten durchgeführt werden können.

Untersuchung SSW Was wird geprüft Wer zahlt
Blutuntersuchung (1. Vorsorge) SSW 6–10 Blutgruppe, Röteln, Toxoplasmose, HIV Krankenkasse
Ultraschall 1 SSW 9–12 Herzschlag, Fruchthöhle, Mehrlinge Krankenkasse
Ersttrimester-Screening SSW 11–14 Trisomie-Risiko (Nackentransparenz) Selbstzahler (~200 €)
Ultraschall 2 SSW 19–22 Organentwicklung, Wachstum Krankenkasse
GCT/oGTT SSW 24–28 Schwangerschaftsdiabetes Krankenkasse
Ultraschall 3 SSW 29–32 Lage, Wachstum, Fruchtwasser Krankenkasse
B-Streptokokken SSW 35–37 Bakteriennachweis für Geburtsplanung Krankenkasse

Tipp: Mutterpass immer dabei

Der Mutterpass ist das zentrale Dokument aller Vorsorgeuntersuchungen. Tragen Sie ihn immer bei sich besonders ab dem zweiten Trimester. Im Notfall kann der behandelnde Arzt oder die Hebamme sofort alle wichtigen Informationen entnehmen, ohne lange nach Befunden suchen zu müssen.

Wichtige Meilensteine nach SSW

Neben den Vorsorgeuntersuchungen gibt es in jeder Schwangerschaft medizinische und entwicklungsbedingte Meilensteine, die für werdende Mütter besonders bedeutsam sind. Die folgende Tabelle listet die wichtigsten Ereignisse chronologisch auf.

SSW Meilenstein Bedeutung
SSW 5–6 Herzschlag sichtbar Erste Bestätigung der Herzaktivität per Ultraschall
SSW 12 Ende 1. Trimester Fehlgeburtsrisiko sinkt deutlich
SSW 14 Geschlecht erkennbar Per Ultraschall oft bestimmbar (nicht garantiert)
SSW 20 Halbzeit Großes Organscreening, Mutter spürt Bewegungen
SSW 24 Überlebensfähigkeit Ab jetzt außerhalb des Mutterleibs überlebensfähig
SSW 28 Beginn 3. Trimester Wachstumsschub, Lungenreife beginnt
SSW 37 Reife Frühgeburt Geburt medizinisch nicht mehr als Frühgeburt
SSW 42 Übertragung Einleitung oder Kaiserschnitt wird erwogen

In welchem Trimester befinden Sie sich?

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Beschwerden pro Trimester: Was ist normal?

Jedes Trimester bringt typische körperliche Veränderungen mit sich. Die folgende Tabelle zeigt, welche Beschwerden in welcher Phase normal sind und wann Sie besser ärztlichen Rat suchen sollten.

Trimester Häufige Beschwerden Wann zum Arzt
1. Trimester
SSW 1–12
Übelkeit und Erbrechen (Morgenübelkeit), extreme Müdigkeit, Brustspannen und -schmerzen, häufiges Wasserlassen, Stimmungsschwankungen, leichte Schmierblutungen Bei starkem Erbrechen ohne Flüssigkeitsaufnahme (Hyperemesis gravidarum), starken Bauchschmerzen, hellroten Blutungen oder Fieber über 38,5 °C
2. Trimester
SSW 13–26
Rückenschmerzen (besonders unterer Rücken), Sodbrennen, Wassereinlagerungen an Füßen und Händen, Nasenbluten, Zahnfleischempfindlichkeit, leichte Wadenkrämpfe Bei starken einseitigen Bauchschmerzen, plötzlichem Anschwellen von Gesicht und Händen (Präeklampsie-Zeichen), keinen Kindsbewegungen mehr nach SSW 24
3. Trimester
SSW 27–40
Schlafprobleme durch Größe des Bauchs, Atemnot durch Druck auf Zwerchfell, Beckendruck und Steißbeinschmerzen, Braxton-Hicks-Wehen, häufiges Wasserlassen, Hämorrhoiden Bei regelmäßigen Wehen vor SSW 37, plötzlichem Flüssigkeitsabgang (Blasensprung), starken Kopfschmerzen mit Sehstörungen, deutlich weniger Kindsbewegungen als gewohnt

Sport in der Schwangerschaft: Was ist in welchem Trimester möglich?

Moderater Sport ist in der Schwangerschaft nicht nur erlaubt, sondern empfohlen. Er verbessert die Durchblutung, reduziert Rückenschmerzen, stabilisiert den Blutzucker und bereitet den Körper auf die Geburt vor. Wichtig ist, die Intensität an den wachsenden Bauch anzupassen und auf Warnsignale wie Schwindel, Atemnot oder Kontraktionen zu achten. Die folgende Tabelle zeigt, welche Sportarten in welchem Trimester geeignet sind.

Sportart 1. Trimester 2. Trimester 3. Trimester
Schwimmen Empfohlen Empfohlen Sehr empfohlen entlastet Gelenke
Yoga / Pilates Empfohlen (sanfte Variante) Sehr empfohlen Sehr empfohlen Schwangerschaftsyoga
Radfahren Möglich (flaches Gelände) Möglich, Sturz­risiko beachten Nur Heimtrainer empfohlen
Laufen Möglich (wenn vorher geübt) Möglich, Tempo reduzieren Besser flottes Gehen
Krafttraining Leichte Gewichte erlaubt Angepasst erlaubt, kein Pressen Nur leichte Übungen; Rückenlage vermeiden
Skifahren / Kampfsport Nicht empfohlen Nicht empfohlen Nicht empfohlen Sturzgefahr

Reisen in der Schwangerschaft

Das zweite Trimester gilt als ideale Reisezeit in der Schwangerschaft: Die Übelkeit des ersten Trimesters ist meist überstanden, der Bauch noch nicht so groß, dass längeres Sitzen unbequem wird, und das Fehlgeburtsrisiko ist deutlich gesunken. Kurze und mittellange Flugreisen sind bis etwa SSW 36 bei unkomplizierter Schwangerschaft in der Regel unbedenklich allerdings verlangen die meisten Airlines ab SSW 28 ein ärztliches Attest und ab SSW 36 wird die Beförderung häufig abgelehnt. Prüfen Sie daher die Bedingungen Ihrer Fluggesellschaft im Voraus. Bei Reisen in tropische Länder ist besondere Vorsicht geboten: Manche Impfungen sind in der Schwangerschaft kontraindiziert, und Malariamedikamente müssen sorgfältig ausgewählt werden. Thromboseprophylaxe (Kompressionsstrümpfe, ausreichend trinken, regelmäßige Bewegung) ist bei langen Flügen ab dem zweiten Trimester besonders wichtig, da das Thromboserisiko in der Schwangerschaft ohnehin erhöht ist. Fernreisen in Länder mit unzureichender medizinischer Versorgung sollten generell vermieden werden im Notfall ist eine gute Geburtsmedizin lebensrettend.

Reise-Empfehlungen auf einen Blick

  • Beste Reisezeit: 2. Trimester (SSW 14–26)
  • Flugreisen: Bis SSW 28 ohne Attest; SSW 28–36 mit Attest; ab SSW 36 nicht empfohlen
  • Thrombose: Kompressionsstrümpfe bei Flügen über 4 Stunden; alle 60 min aufstehen
  • Reiseziele: Länder mit guter Medizinversorgung bevorzugen
  • Impfungen: Nur Tot- oder Toxoidimpfstoffe; Lebendimpfungen vermeiden
  • Dokumente: Mutterpass, Krankenversicherungskarte und Arzt-Kontakt mitnehmen
  • Auslandsreise: Krankenversicherungsschutz im Ausland vorab klären

Häufige Fragen zu den Trimestern

+ Ab wann beginnt offiziell das zweite Trimester?

Das zweite Trimester beginnt offiziell mit SSW 13+0, also am ersten Tag nach Abschluss der 12. Schwangerschaftswoche. In der Praxis sagen manche Ärzte „ab SSW 13", andere „nach SSW 12" gemeint ist dasselbe. Wichtig zu wissen: Die Grenzen der Trimester sind in der internationalen Literatur nicht vollkommen einheitlich. Einige Quellen beginnen das zweite Trimester erst ab SSW 14. In Deutschland gilt als Standard: 1. Trimester SSW 1–12, 2. Trimester SSW 13–26, 3. Trimester SSW 27–40. Die gute Nachricht: Mit Beginn des zweiten Trimesters sinkt das Fehlgeburtsrisiko auf unter 2 %, die Übelkeit lässt bei den meisten Frauen nach, und die Energie kehrt zurück. Viele Paare wählen diesen Zeitpunkt, um die Schwangerschaft im weiteren Bekanntenkreis bekannt zu geben.

+ Wann beginnt der Mutterschutz und welches Trimester ist das?

Der gesetzliche Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Bei einem ET in SSW 40+0 wäre das SSW 34+0 damit liegt der Mutterschutzbeginn mitten im dritten Trimester. Ab diesem Datum darf die Arbeitgeberin die Schwangere nicht mehr beschäftigen, es sei denn, sie wünscht dies ausdrücklich und schriftlich. Der Mutterschutz endet acht Wochen nach der Geburt (bei Frühgeburt oder Mehrlingsgeburt: zwölf Wochen). Achtung: Mutterschutz und Elternzeit sind zwei verschiedene Dinge der Mutterschutz ist gesetzlich vorgeschrieben und bezahlt (Mutterschaftsgeld), die Elternzeit ist eine freiwillige Auszeit von bis zu drei Jahren. Arbeitnehmerinnen in Deutschland, die Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, haben Anspruch auf Mutterschaftsgeld in Höhe des durchschnittlichen Nettogehalts der letzten drei Monate.

+ Ist das dritte Trimester wirklich so schwer wie alle sagen?

Das dritte Trimester ist körperlich fordernd, aber sehr unterschiedlich erlebt. Manche Frauen berichten von wenig Beschwerden bis zur Geburt, andere leiden stark unter Schlafmangel, Rückenschmerzen und Atemnot. Die Herausforderungen sind real: Das Kind nimmt im letzten Trimester bis zu 200 g pro Woche zu, der Uterus verdrängt Magen, Blase und Zwerchfell. Was hilft: Seitenschläfer-Kissen, Schwangerschaftsgymnastik, häufige kleine Mahlzeiten statt wenige große, Schwimmen zur Entlastung der Gelenke und regelmäßige Vorsorge zur Beruhigung. Viele Frauen empfinden die letzten Wochen gleichzeitig als emotional intensivste Zeit der Schwangerschaft eine Mischung aus Vorfreude, Ungeduld und Aufregung. Geburtsvorbereitungskurse, die idealerweise im 7. Monat beginnen, helfen, sich mental und körperlich auf die Geburt vorzubereiten und geben oft auch dem Partner die Möglichkeit zur aktiven Unterstützung.

Die Einteilung in drei Trimester gibt werdenden Eltern und medizinischem Fachpersonal eine gemeinsame Sprache, um den Verlauf der Schwangerschaft zu beschreiben und zu planen. Jedes Trimester bringt eigene Meilensteine, eigene Herausforderungen und eigene medizinische Schwerpunkte und jedes ist gleich wertvoll auf dem Weg zur Geburt.

Weitere Ratgeber

SSW berechnen → Mutterschutz berechnen → Geburtstermin berechnen →

Quellen & Grundlagen