Die drei Trimester im Überblick
Eine Schwangerschaft dauert im Mittel 40 Wochen ab dem ersten Tag der letzten Periode und wird in drei Abschnitte geteilt. Wir verwenden die übliche Einteilung: 1. Trimester bis 13+6, 2. Trimester von 14+0 bis 27+6, 3. Trimester ab 28+0. Die Zahlen bedeuten vollendete Wochen und Tage; 13+6 ist der letzte Tag der 14. Schwangerschaftswoche.
| Trimester | Zeitraum | Entwicklung | Häufige Beschwerden | Vorsorge (Auswahl) |
|---|---|---|---|---|
| 1. Trimester | 0+0 bis 13+6 | Anlage der Organe (Embryonalperiode bis Ende der 10. SSW) | Übelkeit, Müdigkeit, Brustspannen | Erstuntersuchung, 1. Basis-Ultraschall 8+0 bis 11+6 |
| 2. Trimester | 14+0 bis 27+6 | Wachstum, erste Kindsbewegungen spürbar | Rückenschmerzen, Sodbrennen | 2. Basis-Ultraschall 18+0 bis 21+6, Zuckertest 24+0 bis 27+6 |
| 3. Trimester | ab 28+0 | Gewichtszunahme, Reifung der Lunge | Schlafprobleme, Druck im Becken | 3. Basis-Ultraschall 28+0 bis 31+6, Vorsorge alle 2 Wochen in den letzten 2 Monaten |
1. Trimester (bis 13+6): Die Organe werden angelegt
In den ersten Wochen entstehen aus der befruchteten Eizelle die Anlagen aller Organe. Das Herz beginnt in der 6. SSW zu schlagen; im vaginalen Ultraschall ist die Herzaktion meist im Lauf der 6. bis 7. SSW zu sehen. Die Embryonalperiode endet mit der 10. SSW, danach spricht man vom Fetus. Die Zeit etwa von der 3. bis zur 10. SSW gilt als besonders empfindlich gegenüber schädlichen Einflüssen wie Alkohol, bestimmten Medikamenten oder Infektionen.
Übelkeit und Erbrechen betreffen viele Schwangere und bessern sich bei den meisten im Lauf des zweiten Trimesters. Die Mutterschafts-Richtlinie sieht im ersten Trimester die Erstuntersuchung und den ersten Basis-Ultraschall zwischen 8+0 und 11+6 vor. Das Ersttrimesterscreening mit Messung der Nackentransparenz (11+0 bis 13+6) ist keine Kassenleistung.
2. Trimester (14+0 bis 27+6): Wachstum
Für viele Frauen ist das zweite Trimester die angenehmste Zeit. Die ersten Kindsbewegungen spüren Erstgebärende oft um die 20. SSW, Frauen, die schon ein Kind haben, häufig etwas früher.
Der zweite Basis-Ultraschall liegt zwischen 18+0 und 21+6. Auf Wunsch kann er als erweiterter Basis-Ultraschall mit Beurteilung bestimmter Organe durchgeführt werden, wenn die Praxis dafür qualifiziert ist. Eine Feindiagnostik (Ultraschall bei besonderem Verdacht) ist das nicht. Zwischen 24+0 und 27+6 wird allen Schwangeren ein Suchtest auf Schwangerschaftsdiabetes mit 50 g Glukose angeboten; ist der Wert auffällig, folgt ein Belastungstest mit 75 g. Dieses Vorgehen ist seit 2012 Teil der Mutterschafts-Richtlinie.
3. Trimester (ab 28+0): Geburtsvorbereitung
Im dritten Trimester nimmt das Kind deutlich an Gewicht zu, und die Lunge reift. Die meisten Kinder liegen gegen Ende der Schwangerschaft mit dem Kopf nach unten. Der dritte Basis-Ultraschall liegt zwischen 28+0 und 31+6.
Vorsorgeuntersuchungen finden laut Mutterschafts-Richtlinie im Allgemeinen alle vier Wochen statt, in den letzten zwei Schwangerschaftsmonaten je zwei pro Monat. Ein CTG (Aufzeichnung der kindlichen Herztöne und der Wehen) ist in der Vorsorge nur bei bestimmten Anlässen vorgesehen, etwa bei drohender Frühgeburt oder auffälligen Herztönen, nicht als Routine bei jedem Termin. Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Termin, bei 34+0.
Was die Krankenkasse übernimmt
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Untersuchungen der Mutterschafts-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Weitere Untersuchungen können Sie selbst bezahlen. Eine Auswahl:
| Untersuchung | Zeitraum | Was geprüft wird | Wer zahlt |
|---|---|---|---|
| Erstuntersuchung | so früh wie möglich | Blutgruppe, Rhesusfaktor, Antikörpersuchtest, Röteln-Immunität (wenn keine zwei Impfungen dokumentiert sind), Syphilis, Chlamydien (Urin), HIV-Test (freiwillig) | Krankenkasse |
| 1. Basis-Ultraschall | 8+0 bis 11+6 | Sitz in der Gebärmutter, Herzaktion, Mehrlinge, Größe (Bestimmung des Schwangerschaftsalters) | Krankenkasse |
| Ersttrimesterscreening | 11+0 bis 13+6 | Nackentransparenz und Blutwerte, Wahrscheinlichkeit für Trisomien | Selbstzahlerleistung |
| 2. Basis-Ultraschall | 18+0 bis 21+6 | Wachstum, Fruchtwasser, Plazenta; auf Wunsch erweitert mit Beurteilung bestimmter Organe. Keine Feindiagnostik | Krankenkasse |
| Suchtest auf Schwangerschaftsdiabetes | 24+0 bis 27+6 | 50 g Glukose; bei auffälligem Wert folgt ein 75-g-Belastungstest | Krankenkasse |
| 3. Basis-Ultraschall | 28+0 bis 31+6 | Wachstum, Lage, Fruchtwasser, Plazenta | Krankenkasse |
| Hepatitis-B-Test (HBsAg) | im Verlauf der Schwangerschaft | Schutz des Neugeborenen bei positivem Befund | Krankenkasse |
| Abstrich auf B-Streptokokken | meist 35+0 bis 37+0 | Besiedlung mit Streptokokken der Gruppe B | Kein Bestandteil der Mutterschafts-Richtlinie; in der Regel Selbstzahlerleistung |
Ein Test auf Toxoplasmose ist nur bei begründetem Verdacht eine Kassenleistung. Der nicht-invasive Pränataltest (NIPT) auf Trisomien wird von der Kasse nur übernommen, wenn er im Einzelfall nach ärztlicher Beratung geboten ist; eine Altersgrenze gibt es dafür nicht.
Wichtige Zeitpunkte
| Zeitpunkt | Meilenstein | Bedeutung |
|---|---|---|
| 5+0 bis 6+6 | Herzschlag beginnt | Im vaginalen Ultraschall meist im Lauf der 6. bis 7. SSW sichtbar |
| bis 9+6 | Ende der Embryonalperiode | Danach spricht man vom Fetus; die empfindlichste Phase für Fehlbildungen endet etwa mit der 10. SSW |
| 14+0 | Beginn 2. Trimester | Übelkeit lässt bei vielen nach |
| 18+0 bis 21+6 | Zweiter Basis-Ultraschall | Erste Kindsbewegungen werden oft um diese Zeit gespürt |
| ab 22+0 | Grenze der Lebensfähigkeit | Frühgeborene können ab etwa dieser Zeit überleben; Behandlung wird mit den Eltern abgestimmt (AWMF 024-019) |
| 28+0 | Beginn 3. Trimester | Vorsorgetermine werden dichter |
| 37+0 | Termingeburt ab jetzt | Vor 37+0 gilt eine Geburt als Frühgeburt |
| 42+0 | Übertragung | Geburtseinleitung soll nach AWMF 015-088 dringend empfohlen werden (angeboten ab 41+0, empfohlen ab 41+3) |
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Viele Beschwerden sind in der Schwangerschaft normal. Ärztlich abklären lassen sollten Sie unter anderem: Blutungen, starke oder einseitige Bauchschmerzen, Fieber, starkes Erbrechen, bei dem Sie keine Flüssigkeit bei sich behalten, plötzliche Schwellungen von Gesicht und Händen, starke Kopfschmerzen mit Sehstörungen, Fruchtwasserabgang, regelmäßige Wehen vor 37+0 und deutlich weniger Kindsbewegungen als gewohnt. Im Notfall wählen Sie 112.
Bewegung und Reisen
Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft ist regelmäßige, moderate Bewegung empfohlen. Die US-Fachgesellschaft ACOG nennt als Richtwert mindestens 150 Minuten Ausdaueraktivität mittlerer Intensität pro Woche (Committee Opinion 804, 2020). Sportarten mit hohem Sturzrisiko oder Verletzungsgefahr für den Bauch sollten Sie meiden. Was in Ihrer Situation passt, besprechen Sie am besten in der Vorsorge.
Viele Frauen reisen im zweiten Trimester am liebsten. Fluggesellschaften haben eigene Regeln, ab welcher Woche sie ein ärztliches Attest verlangen oder Schwangere nicht mehr befördern; prüfen Sie diese vor der Buchung. Das Thromboserisiko ist in der Schwangerschaft erhöht, bei langen Reisen helfen Bewegung und ausreichend Trinken. Impfungen mit Lebendimpfstoffen sind in der Schwangerschaft grundsätzlich nicht vorgesehen; lassen Sie sich vor Fernreisen ärztlich beraten und nehmen Sie den Mutterpass mit.