Warum wird die SSW ab der letzten Periode gezählt?
Die Schwangerschaftswochen werden ab dem ersten Tag der letzten Periode gezählt, nicht ab der Befruchtung. Der Grund ist praktisch: Das Datum der Periode kennen die meisten Frauen, den Tag des Eisprungs nicht. Alle Normwerte, Untersuchungszeiträume und Fristen beziehen sich auf diesen gemeinsamen Ausgangspunkt.
Bei einem 28-Tage-Zyklus findet die Befruchtung um 2+0 statt, also zu Beginn der 3. SSW. Die Einnistung folgt etwa eine Woche später. Die ersten zwei Wochen der Zählung liegen also vor der eigentlichen Schwangerschaft.
Berechnungsmethoden im Vergleich
Unser Rechner bietet fünf Wege, die Schwangerschaftswoche zu bestimmen. Welcher passt, hängt davon ab, welches Datum Sie sicher kennen.
| Methode | Wann geeignet | Benötigt | Verlässlichkeit |
|---|---|---|---|
| Letzte Periode | Standardfall | Erster Tag der letzten Periode, Zykluslänge | Gut bei regelmäßigem Zyklus und sicherem Datum |
| Eisprung | Eisprung bekannt, z. B. durch Ovulationstests | Datum des Eisprungs | Hängt davon ab, wie sicher der Eisprung bestimmt wurde |
| Empfängnis | Tag der Befruchtung bekannt | Datum der Empfängnis | Wie beim Eisprung; meist nur ungefähr bekannt |
| IVF/ICSI-Transfer | Nach künstlicher Befruchtung | Transfertag und Embryoalter (3 oder 5 Tage) | Befruchtungszeitpunkt sicher bekannt |
| Bekannter Geburtstermin | Termin steht im Mutterpass | Errechneter Termin | So genau wie der eingetragene Termin, meist nach Ultraschall bestätigt |
Was bedeutet SSW 12+3?
Die Zahl vor dem Pluszeichen gibt die vollendeten Wochen an, die Zahl danach die Tage der laufenden Woche. 12+3 bedeutet 12 vollendete Wochen und 3 Tage, insgesamt 87 Tage seit dem ersten Tag der letzten Periode. Man befindet sich dann in der 13. Schwangerschaftswoche. Diese Schreibweise steht im Mutterpass und in Ultraschallbefunden.
| Schreibweise | Bedeutung | Tage seit letzter Periode |
|---|---|---|
| 12+3 | 12 vollendete Wochen und 3 Tage, also in der 13. SSW | 87 Tage seit der letzten Periode |
| 20+0 | Erster Tag der 21. SSW | 140 Tage |
| 40+0 | Errechneter Geburtstermin | 280 Tage |
| 40+1 bis 41+6 | Terminüberschreitung | 281 bis 293 Tage |
| 42+0 | Beginn der Übertragung | 294 Tage |
Zykluslänge und SSW-Korrektur
Die Rechnung nach der letzten Periode geht von einem 28-Tage-Zyklus aus. Bei einem 35-Tage-Zyklus liegt der Eisprung etwa sieben Tage später, das Kind ist dann sieben Tage jünger, als die reine Periodenrechnung annimmt. Der Termin verschiebt sich entsprechend um sieben Tage nach hinten.
Wird die Zykluslänge nicht berücksichtigt, wirkt das Kind bei langen Zyklen im Ultraschall kleiner als erwartet, und der Termin scheint früher erreicht oder überschritten, als er es tatsächlich ist. Bei kurzen Zyklen ist es umgekehrt: Das Kind wirkt größer. Deshalb fragen Frauenarztpraxen nach der üblichen Zykluslänge, und deshalb überprüft der erste Ultraschall den Termin.
| Zykluslänge | Abweichung von 28 Tagen | Auswirkung |
|---|---|---|
| 21 Tage | −7 Tage | Termin 7 Tage früher |
| 25 Tage | −3 Tage | Termin 3 Tage früher |
| 28 Tage | Standard | Keine Anpassung |
| 32 Tage | +4 Tage | Termin 4 Tage später |
| 35 Tage | +7 Tage | Termin 7 Tage später |
Zykluslänge im Rechner angeben
Der Rechner berücksichtigt Ihre übliche Zykluslänge und verschiebt den Termin um die Differenz zu 28 Tagen.
Zum Rechner →SSW und Alter nach Befruchtung
Neben der Schwangerschaftswoche ab der letzten Periode gibt es die Zählung ab der Befruchtung. Sie liegt bei einem 28-Tage-Zyklus etwa zwei Wochen hinter der SSW und wird vor allem in der Embryologie verwendet. Die Embryonalperiode dauert acht Wochen ab der Befruchtung, das entspricht dem Ende der 10. SSW. Ab dann spricht man vom Fetus. Für Vorsorge, Mutterschutz und Geburtsplanung gilt in Deutschland die Zählung ab der letzten Periode.
Wichtige Wochen im Überblick
Die Angaben in Plus-Schreibweise beziehen sich auf vollendete Wochen ab der letzten Periode. Entwicklungsschritte sind Durchschnittswerte, jede Schwangerschaft verläuft anders.
| Zeitpunkt | Was passiert | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| 4+0 | Um diese Zeit bleibt die Periode aus; die Einnistung ist erfolgt | Schwangerschaftstests werden meist um diese Zeit positiv |
| 5+0 bis 6+6 | Das Herz beginnt zu schlagen; im vaginalen Ultraschall ist die Herzaktion meist im Lauf der 6. bis 7. SSW zu sehen | Übelkeit beginnt häufig in diesen Wochen |
| bis 9+6 | Embryonalperiode: Die Organe werden angelegt. Sie endet mit der 10. SSW, danach spricht man vom Fetus | Empfindliche Phase für Fehlbildungen, etwa 3. bis 10. SSW; Medikamente nur nach ärztlicher Rücksprache |
| 8+0 bis 11+6 | Erstes Basis-Ultraschall-Screening der Mutterschafts-Richtlinien | Termin wird überprüft und bei Bedarf korrigiert |
| 11+0 bis 13+6 | Ersttrimesterscreening mit Nackentransparenzmessung möglich | Keine Kassenleistung, sondern Selbstzahlerleistung |
| 14+0 | Beginn des 2. Trimesters | Übelkeit lässt bei vielen Frauen nach |
| 18+0 bis 21+6 | Zweites Basis-Ultraschall-Screening, auf Wunsch als erweiterter Basis-Ultraschall | Keine Feindiagnostik; erste Kindsbewegungen werden oft um diese Zeit gespürt |
| ab 22+0 | Frühgeborene können ab etwa dieser Zeit überleben; die Chancen steigen mit jeder Woche | Ob eine lebenserhaltende Behandlung begonnen wird, wird an der Grenze der Lebensfähigkeit gemeinsam mit den Eltern entschieden (AWMF 024-019) |
| 24+0 bis 27+6 | Zeitraum für den Suchtest auf Schwangerschaftsdiabetes (50 g Glukose) | Kassenleistung |
| 28+0 | Beginn des 3. Trimesters | Drittes Basis-Ultraschall-Screening 28+0 bis 31+6 |
| 34+0 | Sechs Wochen vor dem errechneten Termin | Mutterschutz beginnt (6 Wochen vor dem Termin, auch bei Mehrlingen) |
| 34+0 bis 36+6 | Späte Frühgeburt, falls das Kind jetzt kommt | Auch späte Frühgeborene können zusätzliche medizinische Betreuung brauchen |
| 37+0 | Ab jetzt Termingeburt (frühe Termingeburt bis 38+6) | Geburt vor 37+0 gilt als Frühgeburt |
| 40+0 | Errechneter Geburtstermin | Nur etwa 5 % der Kinder kommen genau an diesem Tag |
| 42+0 | Übertragung | Nach AWMF 015-088 soll die Geburtseinleitung jetzt dringend empfohlen werden; angeboten werden kann sie ab 41+0, empfohlen werden sollte sie ab 41+3 |